Vertrag – check!

Gestern war es soweit – zweieinhalb Wochen nach Unterschrift hat Danhaus unseren Vertrag bestätigt. Bis auf einen kleinen Zusatz, den wir gerne mit aufgenommen hätten, wurden alle unsere Vorschläge von der Firma akzeptiert! Und das auch noch vor der prognostizierten Zeit von 4-5 Wochen. Hut ab. Jetzt kann es losgehen.

Und es gibt Einiges zu erledigen. Das Bodengutachten hatten wir zum Glück schon in Auftrag gegeben und warten noch auf das Ergebnis. Nun gilt es noch einen amtlichen Lageplan bei der Stadt einzuholen, sowie das Vermessungsbüro mit der Vermessung unseres Grundstücks zu beauftragen.

Je schneller, umso besser, denn am liebsten würden wir, trotz aller Verzögerungen die es gab, noch dieses Jahr mit dem Bau anfangen.

Demnächst schnappen wir uns eine Kamera und machen ein paar Fotos von unserem Grundstück und dem neuen Ort. Kann ja nicht sein, dass hier immer noch die Standardbilder von WordPress (so schön sie auch sind) über den Bildschirm hüpfen. :-)

“O wären wir weiter, o wär ich zuhaus’ “

… schrieb einst der alte Johann Wolfgang Von.

Oft erging es uns bisher so in der mühseligen und frustrierenden Planungsphase. Und immer wenn wir dachten: “So, JETZT aber …” kam wieder irgendetwas oder jemand, der uns auf den Boden der Tatsachen zurückholte.

Aber von Anfang an.

Da wir zunächst keine Vorstellung davon hatten, wie unser Haus aussehen sollte (lediglich eine wage Ahnung, dass es vermutlich (zu) groß werden würde), machten wir uns frohen Mutes auf in den Viebrock-Musterhauspark in Kaarst. Massivbau sollte es werden, aber dennoch alles aus einer Hand. Die hübschen Klinkerfassaden, die Spossenfenster und die pittoresken Giebelornamente ließen uns ins Schwärmen geraten. Und das wunderschöne “Maxime 700″ schien selbst unseren Kingsize-Wohnraum-Ansprüchen gerecht zu werden.

Also machten wir einen Termin zum Beratungsgespräch. In dem wir erfuhren, dass Sprossenfenster nicht KfW-kompatibel sind (warum baut ihr sie dann in eure Musterhäuser?!), die Giebelornamente eine 5000€ teure Sonderausstattung seien (warum baut ihr sie dann in eure Musterhäuser?!) und Klinkerfassade ebenfalls extra kostet (WARUM … ach, egal.).

Trotzdem. Auf den ersten Blick bekamen wir ein solides Angebot und eine ungefähre Vorstellung davon, was uns unser Traum kosten würde. Und außerdem waren wir sowieso schon völlig verliebt in das Haus und felsenfest davon überzeugt, dass wir niemalsnicht ein anderes, ebenso schönes Haus finden würden. Dass unser Traumhaus schon an der Schmerzobergrenze unseres Budgets schrabbte und man ja auch nicht in den luftleeren Raum baut, blendeten wir vorerst gewissenhaft aus. Dann sprachen wir mit unserer Bank und mussten uns trotz aller Euphorie eingestehen, dass wir mit allem Zipp und Zapp ziemlich blankziehen würden, wenn wir nicht drastische Einsparungen am “Maxime 700″ (oder alternativ an unserem Lebensstil) vornehmen würden.

Das wollten wir nicht, und so forderten wir, nach wie vor den Traum vom Giebelhaus vor Augen, ein weiteres Angebot eines örtlichen Bauunternehmers an. Man plante und träumte, träumte und plante. Wunderschöne Luftschlösser entstanden.

Wochen vergingen und unser Haus nahm Gestalt an. Kurz vor Weihnachten 2012 stand es schließlich fest. So und nicht anders sollte es aussehen: Friesengiebel, Sprossenfenster, Klinkerfassade, Erdwärme. Es hätte so schön sein können. Frühjahr 2013 hieß es, könnten wir mit dem Bau beginnen und Weihnachten dann im neuen Haus verbringen.

Ich mache es kurz und schmerzlos. Unser Traum platzte. Der Bau erwies sich als viel zu teuer. Man habe sich wohl verschätzt … Geld für Planung und Angebot wollte man trotzdem sehen, schließlich habe man Auslagen gehabt. Wie zahlten zähneknirschend einen Teil des Preises – “Doofensteuer” nennen wir es und hoffen, dass wir eines Tages darüber lachen können.

Nach diesem Arschtritt machten wir uns mit schmerzenden Steißbeinen und wenig euphorisch eines schönen Samstags auf in die Fertighauswelt in Frechen. Eigentlich wollte man ja kein Fertighaus bauen. Und eigentlich musste es ja ein Haus mit Friesengiebel werden. Und überhaupt. Und dann, am Ende des Rundgangs, betraten wir das Model “Engelsby” von Danhaus. Und waren zuhaus’.

Ruhig Blut, sagten wir uns. Pokerface behalten, sagten wir uns. Oft genug waren wir schon auf die Schnauze gefallen, warum sollte es dieses Mal anders sein? Wir blieben also angemessen skeptisch, auch wenn unser Verkaufsberater Herr W. einen wirklich sympathischen Eindruck machte. Sympathisch müssen sie schließlich sein, brummelten wir in uns hinein. Zugegeben, wir waren auch schon etwas enttäuscht, dass wir nicht sofort einen Preis genannt bekamen, andererseits verschaffte es uns die Gelegenheit, erstmal nach Hause zu gehen und über unsere Eindrücke zu schlafen. Schließlich war dies nicht das Haus, das wir bauen wollten. Oder? Wo war der Giebel? Wo der Friesencharme? Wo die Sprossenfenster????

Zwei Tage vergingen, dann kam das Angebot per E-Mail. Man erlaubte sich das kurzfristige Verziehen der Mundwinkel gen Norden, sogar ein kleiner Luftsprung war drin. Wir spitzten den Bleistift und begannen zu rechnen, völlig ungläubig darüber, dass wir tatsächlich das Traumhaus zum Traumpreis gefunden haben könnten. Aber es schien wahr zu sein. Wir warfen Giebel und Sprossen über Bord und machten einen weiteren Beratungstermin. Unser netter Herr W. der Firma Danhaus war sogar bereit, uns Bauherrenleitfaden und Bauleistungsbeschreibung schon vorab zukommen zu lassen.

Da wir im Zuge unserer Umsiedlung von RWE Beratungsangebote für lau bekommen, vereinbarten wir außerdem einen Termin mit einem Baugutachter, um uns über Erfahrungen mit der Firma Danhaus auszutauschen. Prompt fand sich noch eine weitere Bauherrenfamilie in Manheim, mit der wir uns ebenfalls austauschten.

Beim Beratungstermin mit Danhaus klärten wir noch ein paar Details und bekamen auch just den Fertighausvertrag über den Tisch geschoben, den wir – die gebrannten Kinder – lächelnd zurückwiesen und meinten, nochmal drüber schlafen zu wollen. Daran haben wir gut getan! Denn was uns noch nicht übergeben worden war, waren die AGB der Firma, die sich ganz offensichtlich nach allen Seiten absichert und jegliches  Risiko den Bauherren (also uns!) zuschustert.

Unser Baugutachter sprang beinahe aus dem Hemd. Wir waren am Boden zerstört. Völlig desillusioniert. Begannen, uns nach Kaufobjekten umzusehen. Doch so schnell wollten wir nicht aufgeben. Wir telefonierten mit Herrn W., gaben ihm unsere Bedenken zu verstehen. Er verstand zwar nicht wirklich und gab offen zu, noch niemals zuvor mit Kunden über die AGB diskutiert zu haben (die offensichtlich – und das finde ich erschreckend! – von den wenigsten überhaupt gelesen werden), gab uns aber fairerweise die Nummer seines Vorgesetzten, damit wir uns mit ihm auseinandersetzen konnten. Was wir taten. Tatsächlich erwies sich die Firma Danhaus als flexibel, was die Aufnahme diverse Vertragszusätze zu unseren Gunsten anging. Was uns wiederum positiv stimmte, dass am Ende doch noch alles gut werden würde.

Das Ende ist momentan noch offen, denn der Vertrag, dessen Annahme von Dauhaus bestätigt werden muss, liegt derzeit in Flensburg vor und harrt der Rechtsprüfung. Mal sehen, was da noch kommt. Den Sekt, den Herr W. uns nach Vertragsunterzeichnung feierlich überreichte, haben wir jedenfalls schon leergetrunken … ;-)

Am Anfang …

… war der Bagger.

Wie sagt man so schön? Nichts hält für die Ewigkeit. Das gilt insbesondere für unser beschauliches Heimatörtchen Kerpen – Manheim, wo Hund und Katze sich noch “Gute Nacht” sagen, wo um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, wo  Maigesellschaft, Schützenverein und Karnevalsgesellschaft ihren Job noch Ernst nehmen. Hier kämpft ein Ort geschlossen für den Erhalt seiner Werte und Traditionen. Hier lässt man sich nicht auseinanderreißen, hier weicht man nicht ehrfürchtig zitternd zurück vor den Schaufelradbaggern des Braunkohleriesen … aber ich werde schon wieder pathetisch und schweife ab …

Nun.

Fakt ist, Kerpen-Manheim ist ein sterbender Ort. Denn es handelt sich hierbei um ein Braunkohleabbaugebiet, und da Braunkohle nun bekanntlich wertvoller ist als Werte, Traditionen und Menschen, die seit Jahrzehnten tiefverwurzelt sind mit diesem Ort, müssen wir nun alle unsere Koffer packen und von hier verschwinden.

Gut, zugegeben, unsereiner ist nicht ganz so tiefverwurzelt wie manch anderer. Es versetzt uns dennoch einen kleinen Stich, weil hier unser Sohn seine ersten Schritte gemacht, sein erstes Wort gesprochen, seinen ersten Zahn bekommen hat … Wir werden niemals zurückkehren können um ihm die Kerben im Wohnzimmerpfosten zu zeigen, die wir seit zwei Jahren – jedes Jahr an seinem Geburtstag – dort hinein geritzt haben. Dieses Jahr wird er drei und wir werden eine letzte Kerbe machen und dann nach vorne sehen.

Denn die gute Nachricht ist, jetzt wird alles NEU!!! RWE stellt uns freundlicherweise ein kostengünstiges Baugrundstück zur Verfügung, das zu allem Überfluss auch noch so etwas wie eine Infrastruktur in der näheren Umgebung vorzuweisen hat. Und mit ein bisschen Kleingeld vom Hausverkauf in der Tasche machten wir uns frohgemut auf die Suche nach einem passenden Bauanbieter, nichtsahnend, wie lang und beschwerlich diese Suche werden würde …