“Carport oder Garage, das ist hier die Frage …”

… an der sich schon seit Generationen die Geister scheiden.

Team Garage besticht mit handfesten Argumenten (“Ohne Garage? – Würd ich nicht machen”), bezwingender Logik (“Wo wollt ihr das ganze Zeug denn lassen, das jetzt in eurer Garage lagert?”) und dem Totschläger – “Ihr baut doch schon ohne Keller.”

Dem gegenüber steht das Team Carport, ein kleines, feingeistiges Trüppchen, dessen Hauptargument, gebetmühlenartig heruntergeleihert, eine nicht zu unterschätzende Wirkung entfaltet:

“Aber ein Carport ist doch VIEL SCHÖNER!!!”

… und jetzt ratet, wofür wir uns entscheiden. ;-)

Tatsächlich scheint es ganz so, als sei die Entscheidung für oder gegen einen Carport so eine Art Grundsatzentscheidung. Hier dreht es sich nicht um Argumente, darum, den anderen von seinen Ansichten zu überzeugen. Hier ist es wie beim Glauben: Entweder man fühlt es, oder eben nicht. Keine noch so einprägsame Logik, kein wissenschaftlich belegter Fakt, wie der, dass die Welt ja gar nicht in sieben Tagen von Gott erschaffen worden sein konnte, hält die Menschen davon ab, trotzdem daran zu glauben.

Genauso ist es mit dem Carport.

Zum Glück habe ich mich vor nunmehr dreizehneinhalb Jahren instinktiv für den richtigen Mann entschieden, denn wir spielen, was diese Entscheidung angeht, im selben Team, so dass wir uns für ein besonders schönen Exemplar von Danhaus mit abgeschlepptem Dach (vor einem halben Jahr wusste ich noch nicht einmal, was das überhaupt ist!) entschieden. Das Ganze käme uns in etwa so teuer wie eine Garage – was auf Seiten des Teams Garage sicherlich zu dem verzweifelten Aufschrei: “Wie kann man nur so blöd sein!” führen wird.

Tja, ganz so blöd sind wir dann zum Glück doch nicht. Bzw. der Architekt, der uns darauf hinwies, dass besagtes, wunderschönes Exemplar leider nicht dazu geeignet ist, gleichzeitig beide Autotüren öffnen zu können, wenn man erst einmal das Kunststück vollbracht hat, das Auto hinein zu manövrieren, ohne dabei die Treppe zum Seiteneingang oder den Pfosten des Carports zu rammen … hätte man uns bei Danhaus ja auch mal sagen können, als man uns das sündhaft teure Teil anpries. Aber  es noch nicht zu spät, eine Anpassung vorzunehmen – was leider wiederum mit Mehrkosten verbunden ist.

Aktuell verabschieden wir uns also gedanklich von unserem wunderschönen Fix-und-Fertig-Carport von Danhaus und durchforsten das Internet nach Alternativen Marke: Eigenbau. Und wieder ein To-Do mehr auf unserer immer länger werdenden Liste …

An der Grundsatzentscheidung ändert es beim Team Carport jedenfalls nichts. Nur manchmal, ganz manchmal beschleichen mich leise Zweifel. Diese kleine, gemeine Stimme der Vernunft, die mir ins Ohr flüstert: “In sieben Tagen? Das glaubst du doch selbst nicht …” ;-)

Finanzierung, Bauanträge und Tintenfische …

… nachdem ich hier monatelang geschwiegen habe, wird es allmählich Zeit für ein kleines Update:

Obwohl – oh, Wunder – immer noch kein Haus auf unserem Grundstück steht, hat sich dennoch einiges getan. So ein Bühnenstück bedarf schließlich auch monatelanger Proben, bevor es an die Öffentlichkeit darf. ;-)

Unsere “Probe” bestand aus dem Sichten, Prüfen und Unterschreiben tausender und abertausender Formulare und Anträge zur Finanzierung (ich bekomme schon jedesmal einen Brechreiz, wenn wieder einmal ein dicker Umschlag mit freundlichen Grüßen der Bank unseres Vertrauens im Briefkasten liegt), einem Notartermin (dem noch ein weiterer nächste Woche folgt – wonach unser Grundstück faktisch nicht mehr uns, sondern unserer Bank gehört), einem Vor-Ort-Termin mit dem Architekten von Danhaus, der im nächsten Schritt die Bauantragsunterlagen für uns zusammenstellen wird, und dem ständigen und stetigen “Feinschliff” an unserer Hausplanung. *lufthol*

Stolpersteine gab es bisher fast keine.  Die Bank tat brav, was sie soll, und als Ansprechpartner bei Danhaus erwiesen sich Herr P. und Herr W. beide bislang als sehr zuverlässig, präsent und freundlich. Naja, nur leider nicht besonders fix, wenn ich an die  schneckengleichen Bearbeitung unserer Entwurfszeichnungen denke. … Man hätte meinen können, der Herr Danhaus hätte selbst noch den Baum gefällt und das Holz geschnitten, aus dem anschließend in einem tagelangen, mühsamen Prozess das Papier gewonnen wurde, welches dann mit der Tinte eines seltenen Tiefsee-Tintenfisches, der nur zweimal im Jahr vor der Küste Dänemarks an die Oberfläche schwimmt um seinen Balztanz aufzuführen, per Hand bezeichnet wurde …  Na, hoffentlich bauen sie nicht in dem Tempo, in dem sie planen. Nichts gegen liebevolle Handwerkskunst, aber dann sehe ich schwarz für die geplante Fertigstellung im nächsten Frühjahr!

Aber ich schweife schon wieder ab …Jedenfalls war Herr P. so freundlich, parallel zu diesem aufwändigen, rituellen Spektakel schonmal den Architekten zu beauftragen. Der kam, sah und nickte Grundstück und Hausplanung brav ab. Insofern keine bösen Überraschungen (aber damit hatten wir in einem Neubaugebiet ohnehin nicht gerechnet).

Nun steht uns der – zugegebenermaßen heiß herbeigesehnter – Bemusterungstermin im Musterhaus Frechen bevor. Natürlich werde ich an dieser Stelle ausführlich davon berichten, um euch mit Informationen über die Farbwahl unserer Dachpfannen, der Form unserer Türklinken und der Positionen unserer Sanitäranlagen zu langweilen erfreuen.

Hach, ich freu mich.